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BeitragVerfasst: Mi 29. Aug 2007, 08:23 
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Scherzkeks

Registriert: Mo 29. Aug 2005, 15:49
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Drakar hat geschrieben:
ok es ist bridge... aber was hat das mit den 8 minuten zu tun???


Da muss ich erstmal ein wenig ausholen. Also beim Bridge spielen 2 gegen 2 Personen. Es wird mit einem halben Romme Blatt gespielt, also mit 52 Karten, so dass jeder Spieler 13 Karten bekommt. Ziel für die jeweils beiden Personen, die zusammenspielen, ist es, möglichst viele, der somit maximal 13 Stiche zu machen.
Dabei wird in einer sehr komplexen Reizung (ähnlich wie beim Skat) festgelegt, ob es eine Trumpffarbe gibt und wenn ja, welche. Bei der Reizung können alle 4 Spieler mitbieten. Derjenige Spieler, der das höchste Gebot abgibt, bestimmt durch dieses Gebot nicht nur die Trumpffarbe sondern auch, wieviele Stiche er und sein Partner mindestens machen müssen, wenn diese Farbe Trumpf ist. Schaffen er und sein Partner im anschliessenden Spiel, mindestens so viele Stiche zu erzielen, wie durch das vorherige Gebot verlangt wurde, bekommen die beiden Spieler eine Prämie. Diese Prämie ist vereinfacht gesagt umso höher, je höher das ursprüngliche Gebot war.
Bsp.: Wenn das letzte Gebot des Spielers A 10 Stiche in Pik war und A schafft mit seinem Partner B auch diese 10 Stiche, dann bekommen sie deutlich mehr Punkte, als wenn er 9 stiche geboten hätte und sie wiederrum 10 Stiche schaffen. Schaffen sie nur 9 Stiche, war es natürlich besser, wenn A nur 9 Stiche geboten hätte.
Aus diesem Grund muss man sein Blatt und das seines Partners möglichst gut einschätzen können, um die optimale Höhe des letzten Gebots abschätzen zu können. Da man allerdings nur sein Blatt kennt und nicht das seines Partners, ist die Reizung sehr komplex (deutlich komplexer als beim Skat). Sinnvoll ist es, bei der Reizung sich langsam an die optimale Stichanzahl heranzupirschen. In die Reihenfolge, in der man dabei bestimmte Gebote abgibt, codiert man informationen über sein Blatt.
Wählt man als erstes Gebot z.B. 7 Stiche in Herz (7 Stiche ist das Minimum, das man bieten darf, da man schon erwarten darf, dass wenn man schon bietet, dass man dann auch mehr als die Hälfte der Stiche macht) , hat man normalerweise mind. 5 Herzkarten und ein mind. leicht überdurchschnittliches Blatt. Bietet der Partner daraufhin 8 Stiche in Herz, hat er ein leicht unterdurchschnittliches Blatt mit 3 Herzkarten. Daraufhin kann A abschätzen, ob er noch ein höheres Risiko eingeht und mehr Stiche bietet, falls er nicht nur ein leicht überdurchschnittliches Blatt hat sondern ein hervorragendes.

Das Beispiel zeigt schon, das recht viele Absprachen zwischen den partnern notwendig sind, wobei aber einige von fast allen Partnern ähnlich sind (wie das obere Beispiel).

Eine besondere Bezeichnung ist der Schlemm. Bietet ein Spieler 12 der 13 Stiche, spricht man von einem Kleinschlemm, bietet er 13 Stiche, spricht man von einem Großschlemm. Bei beiden Schlemmarten gibt es sehr hohe Prämien, wenn die Spieler es tatsächlich schaffen, diese 12 oder 13 Stiche zu erzielen und natürlich keine, wenn sie es nicht schaffen.

In dem Rätsel hat Eva 12 Stiche geboten. Als Adam daraufhin sogar 13 Stiche bietet, sieht Eva natürlich die hohe Prämie in Gefahr. Da sie aber letztendlich doch 13 Stiche schaffen, ist Eva mehr als zufrieden, da die Prämie für den Großschlemm um einiges höher ist als für den Kleinschlemm.

Die 8 Minuten kommen daher, dass für das Abspielen der 13 Stiche ungefähr 8 Minuten benötigt werden. Sprich: Nach 8 Minuten sieht Eva, dass Adams Entscheidung richtig war.


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BeitragVerfasst: Mi 29. Aug 2007, 08:36 
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Scherzkeks

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Ergänzungen zu einigen Fragen:

1.) Bridge war olympischer Demonstrationswettbewerb bei Winterspielen. Es war auch lange Zeit auf der Kippe, ob Bridge olympisch wird. Einige aus dem IOC hatten sich dafür stark eingesetzt, insbesondere der inzwischen verstorbene Marc Hodler, der selber begeisterter Bridger war, da bei olympischen Winterspielen nur recht wenige Länder ernsthaft beteiligt sind und sich diese durch Bridge sehr stark erhöhen könnte, da dies eigentlich in fast allen Ländern der welt gespielt wird. So sind beim Bridgewettbewerb der Commonwealth Spiele praktisch alle Länder des Commonwealth beteiligt also über 50.


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BeitragVerfasst: Mi 29. Aug 2007, 09:00 
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Scherzkeks

Registriert: Mo 29. Aug 2005, 15:49
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Ergänzungen zu einigen Fragen:

2.) Zu der Frage mit der Mannschaftsstärke:
An sich spielt man ja immer 2 gegen 2. Das ist aber recht unattraktiv, da dann das Ergebnis stark vom Kartenglück abhängt. Insbesondere die Schlemmprämien sind so hoch, dass Partnerschaften, die so gute Karten haben, dass sie mehrmals einen Schlemm an einem Abend spielen, nur schwer zu schlagen sind.

Deshalb spielt man Bridge meistens auf Turnieren. Hat man dort eine Partie gespielt, gibt man das Blatt ohne zu mischen an einen Nachbartisch weiter, so dass die Spieler dort die gleichen Karten spielt wie man selber.
Sprich: Spielen an Tisch 1 die Spieler A, B, C und D und an Tisch 2 die Spieler E, F, G und H. Bekommt E nach einem Spiel die Karten von A, F die Karten von B, G von C und H von D. Wurden die Karten an Tisch 2 gespelt, geben sie die Karten weiter an Tisch 3 usw.

Gab es z.B. 10 Tische, wurde jede Partie schlussendlich 10 mal gespielt. Jetzt wurde geschaut, welche Partnerschaft mit den Karten von A und C die meisten Punkte erzielt hat. Die bekommt 10 Punkte, die die am zweitmeisten erzielt haben, bekommen 9 Punkte usw.
Gleiches gilt auch für die, die mit den Karten von B und D gespielt haben. Auch hier bekommt die Partnerschaft mit den am meisten erzielten Punkten 10 Punkte, die nächsten 9 usw.
Nach einer vorhjer festgelegten Anzahl von Partien kann so eine Siegerpartnerschaft ermittelt werden. Wesentlich ist, dass das Ergebnis recht glücksunabhängig ist, da es nicht von guten Karten abhängt, ob man gewinnt oder nicht, da man ja nur mit Partnershaften verglichen wird, die die gleichen Karten hatten.

In der oben beschriebenen Variante hat jede Mannschaft eine Mannschaftsstärke von 2. Es gibt Turnierformen, da wechselt die Parnerschaft nach jeder Partie. Diese Form ist relativ selten und recht schwierig, da man mit den jeweils wechselnden Partnern ja keine Absprachen bzgl. der Reizung hat. Bei dieser Turnierform ist die Mannschaftsstärke 1.

Deutlich attraktiver ist eine Turnierform mit 4 Spielern, ein sogenannter Teamwettbewerb:
A und C von Tisch 1 bilden ein Team mit F und H von Tisch 2. B und D von Tisch 1 bilden ein Team mit E und G von Tisch 2. A und C geben nach einer Partie wieder die Karten an E und G, also an die Gegner. Jetzt kann genau geschaut werden, ob A und C die Partie besser gegen B und D gespielt haben als ihre Gegner E und G gegen F und H.

Nachdem A, C, F und H eine Reihe von Partien gegen B, D E und G gepielt haben, wechseln sie und spielen dann gegen andere Gegner U, V, W, X usw.

Bei dieser Turnierform beträgt die Mannschaftstärke also 4 Personen. Solche Turniere, insbesondere größere Meisterschaften, können sich über mehrere Tage hinziehen, an denen jeweils viele Stunden gepielt wird. Hier ist es üblich, dass man mit mind. 2 Ersatzspielern spielt.


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BeitragVerfasst: Mi 29. Aug 2007, 09:08 
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Scherzkeks

Registriert: Mo 29. Aug 2005, 15:49
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Ergänzungen zu einigen Fragen:

3.) Zu den Geschlechtern:
Es gibt in Deutschland eigentlich 2 Gruppen von Bridgespielern:
Ältere meist Frauen und jüngere Spieler mit logikorientierten Hintergrund (also viele Mathematiker, Physiker, Informatiker etc) Letztere Gruppe entspricht ungefähr dem Klientel, dem auch Schachspieler entsprechen. Es gibt auch viele, die beides betreiben. Hauptargument für diejenigen, die Bridge vorziehen, ist, dass sie Schachh als etwas langatmig ansehen. Aber das ist halt subjektiv.


Obwohl es in Deutschland etwas mehr Frauen gibt, die Bridge spielen, sind in der Spitze doch die Männer, die dominieren. Das muss in anderen Ländern noch extremer sein, denn international sind die deutschen Frauen deutlich erfolgreicher als die Männer, obwohl sie national eher weniger Erfolge haben.
Aus diesem Grund gibt es offene Meisterschaften (also für Männer und Frauen), mixed Meisterschaften und auch reine Frauenmeisterschaften.


Zuletzt geändert von BTB am Mi 29. Aug 2007, 09:14, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi 29. Aug 2007, 09:11 
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Scherzkeks

Registriert: Mo 29. Aug 2005, 15:49
Beiträge: 265
Vereinfachte Bridgeform:

Wer jetzt meinen ganzen Antwortwust durchgelesen hat, wird gemerkt haben, dass die Reizung sehr komplex ist. Eine einfache Bridgeform ohne Reizung wird unter
http://www.bridge-verband.de/Download/D ... uten.1.pdf

vorgestellt.

Ich hoffe, ich hab jetzt alle Fragen richtig beantwortet. Wenn noch welche da sind, einfach stellen. Ich werde mich um Beantwortung bemühen.


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BeitragVerfasst: Mi 29. Aug 2007, 09:57 
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Scherzbold

Registriert: Sa 30. Apr 2005, 16:36
Beiträge: 603
ah ok interessant :) bridge wollte ich schon immer mal lernen

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BeitragVerfasst: Mi 29. Aug 2007, 12:42 
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Clown
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Hat aber ein sehr gutes Rätsel abgegeben! Dass muss man dir lassen.

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