Drakar hat geschrieben:
ok es ist bridge... aber was hat das mit den 8 minuten zu tun???
Da muss ich erstmal ein wenig ausholen. Also beim Bridge spielen 2 gegen 2 Personen. Es wird mit einem halben Romme Blatt gespielt, also mit 52 Karten, so dass jeder Spieler 13 Karten bekommt. Ziel für die jeweils beiden Personen, die zusammenspielen, ist es, möglichst viele, der somit maximal 13 Stiche zu machen.
Dabei wird in einer sehr komplexen Reizung (ähnlich wie beim Skat) festgelegt, ob es eine Trumpffarbe gibt und wenn ja, welche. Bei der Reizung können alle 4 Spieler mitbieten. Derjenige Spieler, der das höchste Gebot abgibt, bestimmt durch dieses Gebot nicht nur die Trumpffarbe sondern auch, wieviele Stiche er und sein Partner mindestens machen müssen, wenn diese Farbe Trumpf ist. Schaffen er und sein Partner im anschliessenden Spiel, mindestens so viele Stiche zu erzielen, wie durch das vorherige Gebot verlangt wurde, bekommen die beiden Spieler eine Prämie. Diese Prämie ist vereinfacht gesagt umso höher, je höher das ursprüngliche Gebot war.
Bsp.: Wenn das letzte Gebot des Spielers A 10 Stiche in Pik war und A schafft mit seinem Partner B auch diese 10 Stiche, dann bekommen sie deutlich mehr Punkte, als wenn er 9 stiche geboten hätte und sie wiederrum 10 Stiche schaffen. Schaffen sie nur 9 Stiche, war es natürlich besser, wenn A nur 9 Stiche geboten hätte.
Aus diesem Grund muss man sein Blatt und das seines Partners möglichst gut einschätzen können, um die optimale Höhe des letzten Gebots abschätzen zu können. Da man allerdings nur sein Blatt kennt und nicht das seines Partners, ist die Reizung sehr komplex (deutlich komplexer als beim Skat). Sinnvoll ist es, bei der Reizung sich langsam an die optimale Stichanzahl heranzupirschen. In die Reihenfolge, in der man dabei bestimmte Gebote abgibt, codiert man informationen über sein Blatt.
Wählt man als erstes Gebot z.B. 7 Stiche in Herz (7 Stiche ist das Minimum, das man bieten darf, da man schon erwarten darf, dass wenn man schon bietet, dass man dann auch mehr als die Hälfte der Stiche macht) , hat man normalerweise mind. 5 Herzkarten und ein mind. leicht überdurchschnittliches Blatt. Bietet der Partner daraufhin 8 Stiche in Herz, hat er ein leicht unterdurchschnittliches Blatt mit 3 Herzkarten. Daraufhin kann A abschätzen, ob er noch ein höheres Risiko eingeht und mehr Stiche bietet, falls er nicht nur ein leicht überdurchschnittliches Blatt hat sondern ein hervorragendes.
Das Beispiel zeigt schon, das recht viele Absprachen zwischen den partnern notwendig sind, wobei aber einige von fast allen Partnern ähnlich sind (wie das obere Beispiel).
Eine besondere Bezeichnung ist der Schlemm. Bietet ein Spieler 12 der 13 Stiche, spricht man von einem Kleinschlemm, bietet er 13 Stiche, spricht man von einem Großschlemm. Bei beiden Schlemmarten gibt es sehr hohe Prämien, wenn die Spieler es tatsächlich schaffen, diese 12 oder 13 Stiche zu erzielen und natürlich keine, wenn sie es nicht schaffen.
In dem Rätsel hat Eva 12 Stiche geboten. Als Adam daraufhin sogar 13 Stiche bietet, sieht Eva natürlich die hohe Prämie in Gefahr. Da sie aber letztendlich doch 13 Stiche schaffen, ist Eva mehr als zufrieden, da die Prämie für den Großschlemm um einiges höher ist als für den Kleinschlemm.
Die 8 Minuten kommen daher, dass für das Abspielen der 13 Stiche ungefähr 8 Minuten benötigt werden. Sprich: Nach 8 Minuten sieht Eva, dass Adams Entscheidung richtig war.