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Es geht weiter...ich persöhnlich bin nicht sicher, dass diese fortsetzung auch so gut ist, aber lest selbst.
Die Schule und ich ?Eine Schulanfängerin berichtet
Schon seit zwei Monaten besuche ich die Grundschule, und ich muss ehrlich zugeben, die hätten mich auch gleich in die Krabbelgruppe stecken können, dort würden sie auch nicht mehr von mir verlangen. Obwohl, das Spielen mit den Bauklötzen hat mir schon immer Probleme bereitet.
Und meine Erzeuger? (Erzeuger ist ein tolles Wort, was? Da unsere Lehrerin offenbar nicht mal mit den Grundlagen der Biologie vertraut ist, war ich praktisch gezwungen, mich selbst über Fortpflanzung zu informieren. Gut, dass Papas Computer keine Kindersicherung hat)
Wie schon gesagt, meine Erzeuger sind ganz furchtbar stolz darauf, mich auf eine ?echt tolle Grundschule? gebracht zu haben, denn scheinbar werden da ?die Kinder wirklich gefördert?
Was meine Vermutung bestätigt, das die Durchschnittseltern keine Ahnung davon haben, was in den Köpfen ihrer Kinder vorgeht. Nicht dass in den Köpfen meiner Klassenkameraden wirklich etwas vorgehen würde. Die sind erschreckend naiv. Miriam zum Beispiel glaubt noch an den Weihnachtsmann. Selbstverständlich habe ich ihr sofort erklärt, dass obwohl die Wissenschaft enorme Fortschritte macht, es für einen alten Mann quasi unmöglich ist, so viele Geschenke in nur einer Nacht auszuliefern. Ich glaube aber Miriam hat mir nicht zugehört, denn im nächsten ?Stuhlkreis? (auch so eine verzweifelte pädagogische Maßnahme) erklärte sie allen, was sie sich vom Weihnachtsmann wünscht. Vielleicht hat sie aber auch nichts von dem verstanden, was ich ihr erklärt habe. Ich vergesse immer wieder, keine Wörter zu benutzen, die in unserer kleinen Lesefibel noch nicht vorkamen.
Mache mir ernsthafte Sorgen. Unsere Lehrerin scheint auch an den Weihnachtsmann zu glauben. Es geht wirklich den Bach runter mit den deutschen Lehrkräften.
Sie hat dann auch gleich am Ende der Stunde strahlend erklärt, dieses Wochenende würden wir in der Schule ?eine kleine, kuschelige Lesenacht veranstalten?
Und nach der Stunde sollen wir vor ans Pult kommen und ihr unsere Lesewünsche sagen, Besser gesagt, Vorlesewünsche. Die meisten Dreikäsehochs haben es nämlich nicht geschafft, in diesen drei Monaten die Grundregeln des Lesens zu begreifen. Ich sage jetzt lieber nichts mehr dazu, sonst kriege ich wieder einen hysterischen Anfall. Und mein Psychologe hat so schon genug mit mir zu tun.
Ich bin nach der Stunde dann sofort vor ans Pult.
Unten jetzt der Dialog zwischen mir und Fräulein Schmitt.
Ich: ?Fräulein Schmitt??
Sie: ?Ja, meine kleine? Hast du einen besonderen Lesewunsch??
Beugt sich demonstrativ zu mir runter. Ich hasse es, wenn die Leute mich auf meine Größe aufmerksam machen.
Ich: ?Ja, Fräulein Schmitt. Ich würde gerne wissen, ob es vielleicht möglich wäre, Stephen Kings neuen Thriller zu lesen.?
Sie: ? Ähmmm?wie bitte??
Ich: ?Stephen Kings neuen Thriller. Hat sehr gute Kritiken bekommen. Das meint auch meine Brieffreundin aus China. Und sie muss es wissen, sie ist Literaturstudentin im 4. Semester.?
Sie (scheint beunruhigt): ? Weißt du, ich dachte eher wir würden etwas leichte Lektüre wie z.B. Pippi Langstrumpf durchnehmen.?
Ich( erst recht beunruhigt): ?Aber Pippi Langstrumpf ist ein vollkommen unrealistisches Buch, das uns einen falschen Eindruck von der Kindheit eines schwedischen Mädchen vermittelt. Ich glaube nicht, dass es für den intellektuellen Weg, den selbst mein Klassenkameraden irgendwann einschlagen werden, das richtige ist, wenn wir denken dass es heutzutage noch Piraten gibt. Und ein Mädchen kann sowieso kein Pferd hochheben! Das ist alles erstunken und erlogen.?
Ich werde langsam aber sicher sauer.
Sie (gefährlich leise): ? Weißt du, was hältst du wenn du heute Nachmittag für eine Stunde hier her kommst und wir uns dann in Ruhe unterhalten? Ich finde nämlich du schadest der Klassengemeinschaft ungemein. Du unterdrückst die kleine hochbegabte Miriam vollkommen mit deinen seltsamen Ansichten vom Leben!?
Wen will sie eigentlich davon überzeugen, dass sie die autoritäre Person von uns beiden ist, mich oder sich selbst?
Weiß noch nicht, wie ich meinen Eltern dass mit dem Nachsitzen beibringen soll.
Werde sagen, es sei außerschulischer Förderunterricht für Begabte.
Fortsetzung folgt?
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