Quelle:
http://www.nullzwoelf.com
?Die Regsamkeit der Rheinländer bewegt sich gern? an der Oberfläche der Dinge, und im Bereich praktischer Daseinsbezüge. An Eleganz aber bleibt Köln doch hinter Düsseldorf zurück?. Dies wusste bereits kein Geringerer als der deutsche Germanist Adolf Bach zu berichten. Nun sind die allzeit geschürten Klischees und offensichtlichen Diskrepanzen der beiden Städte Köln und Düsseldorf, hinlänglich bekannt wie falsch.
Weshalb falsch? Weil Köln doch kulturell und folkloristisch, sowie intellektuell und überhaupt: einfach nur so den Bach hinuntergeht, wenn nicht gar von innen heraus verrottet, während die Stadt Düsseldorf in ihrer Eintracht blüht, wächst und gedeiht. Und Köln fault natürlich vom Herzen her und zwar beginnend am Dom. Der Kölner Dom, längst als größtes Freilufturinal landesweit bekannt, zerbröckelt doch im bildlich gesprochenen Sinne nur so dahin. Selbst das in Köln nur Intellektuellen zugängliche Nachrichtenblatt ?BILD? wusste bereits, über die brisante Lage des, aus der kaugummi-befleckten Granitplatte herausgeschossenen Zwei-Zapfen-Konstrukts zu berichten. Es stinkt nach Urin und alles ist so dreckig rund um den Dom herum, sodass schon seit Jahrzehnten die immer wieder in den Himmel gellenden Kölner Stoßgebete für ein besseren Leben, ja, wenigstens für eine bessere Stadt, unerhört bleiben. Gott hat unter diesen Bedingungen verständlicherweise schlichtweg keinen Bock dort zu arbeiten.
Ganz anders in Düsseldorf. Während hier die Geburtenrate auf glückliche 12,34 Kinder pro Frau gestiegen und der Spitzensteuersatz auf 9,5 Prozent gesunken ist, erfreuen sich die, zudem auch noch optisch irgendwie schöneren Düsseldorfer über ein durchschnittliches Brutto-Einkommen von 9.478 EUR pro Monat. Und das inklusive der vielen Kleinkinder und zugegebenermaßen wenigen Greise in der Stadt. Auf der anderen Seite des Rheins vernimmt man mal wieder allgemeine Tristesse und Ratlosigkeit, was den eigenen Geldbeutel betrifft. Sofern das Prekariat überhaupt einen solchen besitzt. Die Kölner brachten es im vergangenen Jahr gerade einmal auf ganze 219 EUR pro Kopf, zuzüglich der enorm hohen Schwarzgelder, die durch das private Schwarzbrauen in heimischen Schimmelkellern erwirtschaftet wurden. Und die Schwarzbrauerei rentiert sich! Hierzu benötigt man nur ein paar Limonadenreste aus den einschlägigen Büdchen-Mülleimern, die stibitzt werden müssen (ein Leichtes für den Kölner). Dann, die Suppe einfach drei Wochen auf dem Balkon stehen lassen und fertig ist die "Limoplörre", das so genannte Kölsch.
Köln ist eine sterbende Stadt. Vom Prinzip her eine äußerst traurige, wenn nicht sogar eine urbane herzzerreißende Tragik, die sich dem neutralen Betrachter zwischen Niederrhein und der ewig vermoorten Kölner Bucht auftut. Auch die Kriminalitätsrate weist verheerende Unterschiede auf. Ist doch auch klar: Auf der einen Seite die Großstadt Düsseldorf mit seinen vielen gut erzogenen Kindern, von denen 78 Prozent bereits mit 15 Jahren das Abitur erlangen, und dem sowieso immer schönem Wetter, welches Freibadspaß und gute Laune garantiert. An kriminelle Energie ist in Düsseldorf gar kein Denken. Auf der anderen Seite der kleine Kölner Trabant mit seinen fiesen dunklen Gassen und qualmenden Kanalisationsdeckeln, dem ewigen Geschluchze, was schon fast intervallartig aus den vielen zerbrochenen Fensterscheiben entflieht. Viele Kinder können selbst einfachste Mathematikaufgaben, wie etwa ?3 + 2? nicht lösen (zuviel Kölsch), Erwachsene kein Auto fahren. Mit welchem Auto auch. Und dann auch noch diese Armut!
Ja, diese brutalen Unterschiede zeigen sich, wenn man nur etwa dreißig Minuten von Düsseldorf aus Richtung Süden fährt, und lassen sich eigentlich nur noch aufgrund der frühgeschichtlichen Zusammenhänge erklären. War Düsseldorf immer schon ein Ort der Sinnlichkeit und Begierde, ein Ort an dem man träumen und einfach nur sein menschliches Dasein genießen wollte, so machten die rechtsrheinischen Römer schon in den frühen Jahren aus Köln den größten Puff im Kaiserreich. Zuhälterei, Hehlerei und Messerstecherei... Das alles waren Begriffe, wofür es in Düsseldorf noch gar keine Bedeutung gab. Man wusste schlicht nicht wovon die Rede war, fielen solche widerlichen Worte!
Aber apropos Rede. Der gemeine Kölner versteht sich im Grundsatz ja als Buchstabenkasper und sabbert und spuckt oftmals, auf proletenhafte Art und Weise nur so daher. Eine Verständigungsweise, die bis heute in ganz Deutschland weder Gehör, noch Akzeptanz gefunden hat. Der Düsseldorfer versteht es wiederum, ein altehrwürdiges Platt zu sprechen und verzichtet auf Ausdrücke wie etwa ?Alaaf? und ?Blööh?.
Nach außen hin, also außerhalb der Mauern, sendet Köln kaum noch Lebenszeichen von sich. Man nimmt es kaum noch war, das dreckige und schmutzige Köln. Düsseldorf hingegen agiert mal wieder als Weltstadt und hebt sich mehr denn je als Prachtzentrum, mit seiner schönen Altstadt und der, besonders nachts als Augenweide agierenden Rheinpromenade hervor. In Köln hört der Spaß doch schon bei der Überquerung des Rheins auf. Während man sofort schockiert ist, vom Anblick der grau-grauen Betonwände, deren Urinkränze sich bereits auf Höhe des fünften Stockwerkes befinden, hofft man, überhaupt lebend über diese rostige, breite und wackelige ?Brücke? bis hin zum Ufer zu gelangen. Nein, man kann es nicht empfehlen sein Kind, seine Frau oder wen auch immer, dort alleine hinzuschicken. Es sei denn, man hat den Zeitpunkt, sowie die Dosis des Altbiergenusses so gut berechnet, dass man ? im Kölner Stadtzentrum angelangt ? kommentarlos, unmotiviert und einfach nur vollends besoffen in den Rhein plumpst, um in Düsseldorf wieder zu stranden.