Der Räuberbräutigam
- Frei nach den Brüdern Grimm -
1.Es war einmal ein Müller, der hatte eine schöne Tochter Namens Rotkäppchen die einem Prinzen versprochen war, der bat sie mehrmals, sie möchte ihn doch einmal in seinem Schloss besuchen um zu heiraten, aber allein weil der Weg durch einen großen Wald führte, so lehnte sie es immer ab, aus Furcht sich darin zu verlaufen. Wenn daß ihre einzige Sorge wäre, sagte der Prinz, so wollte er ihr schon helfen und den Weg vom Boten durch ein Band kennzeichnen lassen, dass sie den Weg garnicht verfehlen könnte. Eine Zeit lang versuchte sie es dennnoch aufzuschieben, als ob es ihr heimlich gegraut hätte, endlich aber gingen ihr alle Ausreden aus und sie musste sich auf die Reise machen.
Ihr Vater sprach zu ihr:"Komm, Rotkäppchen, da hast du eine Flasche Wein, bring das der Großmutter vorbei. Aber gib Acht und laufe nicht vom Weg ab, sonst zerbricht wohlmöglich das Glas und die Großmutter hat nichts, außerdem wünsche ich dir viel Glück auf deinem Weg, komm mich mal besuchen!" "Ich will schon alles gut machen", sagte Rotkäppchen zum Vater und gab ihm die Hand darauf.
2.Wie nun Rotkäppchen in den Wald kam, so war sie so verängstigt, das sie doch beinahe den Korb fallen gelassen hätte. Aber nach und nach gewann sie nun vertrauen in den Wald und die Wesen die überall krabbelten und Flogen und sie griff nach ihnen, aber diese wichen zurück wie scheue Tiere. Rotkäppchen war so verwundert über all das, dass sie erstmal stehen bleiben und lauschen musste. Der liebe Wolf aber, hatte sie beobachtet und ging nun auf sie zu, mit einem Blümchen in der Hand und er war so verliebt, dass er garnicht daran dachte sie zu erschrecken oder gar zu fressen. Und so tippte er ihr auf die Schulter und hielt ihr das Blümchen hin. Sie fuhr erschrocken herum, und erschrak abermals, als sie in das Gesicht des Wolfs sah. Dieser sah sie aber soo verträumt an, das sie ihre Angst verlor. Sie nahm seine Blume und roch daran, sie roch wunderbar. Der Wolf sagte:"Schau, siehst du die vielen anderen Blümchen? Jede riecht besser als die andere!" Rotkäppchen schlug alle Warnungen in den Wind und verließ den Weg um einen Strauß zu pflücken. Er kniete sich zu ihr und fragte: "Was suchst du in diesem großen Wald? Du könntest dich verlaufen oder verhungern!" Rotkäppchen gab zur Antwort:"Ich bin einem Prinzen versprochen und auf dem Weg bring ich meiner Großmutter noch etwas Wein vorbei." Da es schon spät am Abend war ging der Wolf und verließ Rotkäppchen.
3.Nachts endlich, kam Rotkäppchen an ein Haus, davor saß eine alte Frau, welche ihre Großmutter war. Rotkäppchen gab ihr den Korb mit der Flasche Wein und sagte:"Hallo Großmutter! Ich möchte zum Prinzen, ich soll mich mit ihm in seinem Schloss treffen, warscheinlich werden wir heiraten!" Die Großmutter hatte zugehört, rief aber plötzlich:"Rotkäppchen mein Kind, danke für den Wein, aber nun versteck dich schnell, ich höre die Räuber kommen!" Rotkäppchen stockte der Atem als sie dies hörte. Da rief ihre Großmutter abermals:"Schnell, versteck dich im Haus!" Rotkäppchen tat wie ihr gehießen und raste ins Haus hinein.
4.Im Haus sah Rotkäppchen sich um, nach einem versteck wo die Räuber sie nicht sehen würden und versteckte sich unter einem Tisch... Gerade noch rechtzeitig, denn im nächsten Moment kam der Räuberhauptmann die Tür hinein, hinter ihm seine Räubergesellen, welche eine Frau mit sich schleiften. Einer von ihnen zog ein Schwert aus seiner Scheide, hielt es über die Frau und stach zu, Rotkäppchen hätte beinahe aufgeschrien, nun begann der andere ihr die Ringe von den Fingern zu ziehen und sie dem Räuberhauptmann zu geben. Der dritte Ring wollte einfach nicht ab, da nahm der Hauptmann sein Kurzschwert und schlug zu. Aber in der Dunkelheit fanden die Räuber diesen aber nicht wieder.
Beim suchen hätte der Räuberhauptmann beinahe Rotkäppchen entdeckt, wenn nicht ihre Großmutter durch die Tür getreten wäre, mit der Flasche Wein in der Hand, welche sie dem sich immernoch suchenden Räuberhauptmann in die Hand drückte. Dieser riss ihr diese ohne Dank aus der Hand und sagte zu seinen beiden Gesellen:"Lasst uns morgen wenn es hell ist weitersuchen, jetz trinken wir ersteinmal etwas!"
Die beiden stimmten grölend ein und machten sich daran die Flasche leer zu trinken. Einige Minuten später war die Flasche schon leer und die Räuber lagen betrunken und schlafend am Boden. Dies nutzte Rotkäppchen um sich vorsichtig auf den Weg zu machen. Mitten auf ihrem Weg nach draußen schrak sie plötzlich zusammen, wobei sie ihre Mütze verlor, denn auf dem Boden lag ein mit Blut verschmierter Finger, an ihm hing ein Ring. Sie wollte ihn aufheben, zog aber die Finger angewiedert zurück, um ihn dann doch vorsichtig in ein Tuch einzuwickeln und mitzunehmen. Es war schon einige Zeit vergangen, da kam der Wolf durch die Tür, seine Augen auf die Mütze am Boden gerichtet. Er schritt vorsichtig auf diese zu, bedacht darauf keinen der Räuber zu wecken. Er hob die Mütze auf und drückte sie an sich. So verliebt wie dieser war wohl noch kein Wolf gewesen.
5. Nun war der Tag der Hochtzeit gekommen und die Gäste hatten sich versammelt und plauderten im großen Festsaal über dieses und jenes.
Da kam der Prinz in den Saal, die Hände zum Gruße erhoben und er bagann Wein einzugießen in Becher die er an seine Gäste verteilte.
Plötzlich klopfte es an der Tür, der Prinz hoffte es sei seine Braut, aber in der Tür stand der Wolf, das Käppchen vom Rotkäppchen in der Hand. Er fragte den Prinzen ob er das Rotkäppchen gesehen hätte, dieser schüttelte den Kopf und griff nach dem Käppchen in des Wolfes Hand, der aber zog die sie weg, da er es lieber seinem geliebten Rotkäppchen zurück geben wollte. Der Prinz wurde böse und griff abermals nach der Kappe, da aber fürchtete der Wolf um seinen Pelz und flüchtete lieber, mit der roten Kappe. Der Prinz, der immernoch böse war, schickte seine Gäste nach hause und lief los, um seine Braut zu suchen.
6.Das Rotkäppchen, welches aus Angst wieder zurück zu ihrem Vater gelaufen war, war gerade erst daheim angekommen. Nun kniete sie vor ihrem Vater, dieser fragte sie warum um Himmels willen sie denn so Käseweiß im Gesicht sei, und sie bagann ihre Geschichte zu erzählen.
Am Ende zeigte sie zum Beweiß den Finger vor. Da trat mit einem mal der Prinz durch die Tür. Er fragte außer Atem:"Rotkäppchen, meine Braut, wieso bist du nicht gekommen?" Er griff nach ihrem Arm, aber sie wehrte ab, denn sie hatte in ihm den Räuberhauptmann erkannt.
Als Antwort zeigte sie ihm nur den Finger mit dem Ring. Der Prinz, der sofort begriff dass sie ihn erkannt hatte, wollte flüchten. Konnte aber nicht hinaus, den in der Tür stand der Wolf.

Is zwar kein richtiger Fun Text, aber trotzdem schön zu lesen, oder?