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Vom Strand
Der Wind, der über den Strand fegte und sich im Wald verlor, brachte kühle Luft, die nach erloschenem Feuer und kaltem, salzigem Fleisch roch. Die Sonne strahlte schwach hinter den hohen Häusern hervorund tauchte das Wasser in ein mattes Gold. In einem einschläfernden Takt, brandeten die winzigen Wellen am Strand. Der Qualm der erloschenden Feuerstelle wippte kräuselnd im Wind. Alles war verschlafen.
Um das Feuer herrum lagen Bier-, Wodka- und Limesflaschen, mehrheitlich leer. Ein Haufen Zigarettenstummel ragte aus einer, als provisorischen Aschenbecher mißbrauchten, Plastikschale; man war ja umweltbewusst - wenigstens ein bisschen. Links neben der Feuerstelle lag eine Deutschlandfahne, die nur noch schwerlich als solches zu erkennen war, da alles bis auf einen kleinen Rest verbrannt war. Dagegen ragte, provozieren nah an der verkohlten Deutschlandfahne, demonstrativ eine rote Fahne aus der Erde und wehte stolz im Wind. In der Mitte der Flagge pragte das doppelfahnige Enblem mit der Aufschrift "Antifaschistische Aktion".
Die Gäste der unübersehbaren Feier, waren alllzuweit. Einer lag knapp neben dem erloschenen Feuer, die Arme ausgebreitet, den Mund geöffnet, mitten im Sand. Ein weiterer hatte sich ein unzuverlässliches Bett aus Jacken gemacht, keine davon war seine, die hatte er zu Hause vergessen, und schnarchte im Akkord mit den Wellen. Nicht weit von ihm,auf einer Bank, lag ein schwarz-haariges Mädchen in den Armen eines Jungen, den sie im vorabendlichen Geschehen für ihren Freund hielt. Dieser aber lag auf der Bank nebenan; er hatte sich des Nachts mit der besten Freundin seiner Freundin vergnügt, im vollem Bewußtsein mit wem er es tat. Die beste Freundin lag währendessen bei dem Jungen, der schon seit Jahren auf sie stand, sie wollte ihn aber nur als Freund haben, was ihm viel Herzblut kostete. Der Rest der Genossen lag, in den unbequemtesten Lagen, um das Feuer herrum.
Bis auf eine Gestalt, ein Junge, groß, struppige Haare, die etwas abseits am Ufer saß. Der Junge starrte aufs Wasser, immer wieder an der Zigarette ziehend. Er saß da in seine Jacke gehüllt abwechselnd zum anderen Ufer und auf die Welle schauend. Der Wind schleuderte ihm ab und zu etwas Gischt ins Gesicht, aber das merkte er kaum. Er griff nach seiner Bierflasche vor ihm, sie war schon gestern Nacht geleert worden, aber er hatte am Morgen etwas Cola reingefüllt. Seine Hand schmerzte als er die Flasche umgriff. Einige schmerzhafte, noch nicht ganz verschlossene Wunden zierten den Handrücken. Genau wie die Wunde über seinem rechtem Auge, stellten sie die Trophäen der letzten Nacht dar. Er ignorierte den Schmerz und führte die Flasche an den Mund, nahm einen Schluck und danach noch einen tiefen Zug von seiner Zigarette.
Schritte näherten sich ihm von hinten und irgendwer legte seine Hand auf seine Schulter. Die Berührung war warm und ging durch den ganzen Körper. Er blickte auf und schaute in das besorgte Gesicht eines hübschen Mädchens. Sie hatte versucht zu schlafen, doch konnte es nicht. Drum hatte sie die ganze Nacht wach gelegen und beobachtet, wie er am Strand saß.Sie wollte zu ihm, doch erst als die Sonne mit ihren ersten Strahlen begang den Tag zu erobern, hatte sie sich aufraffen können. Sie mochte ihn, schon immer. Und letzte Nacht hatte sich das nur verstärkt.
Sie beugte sich zu ihm runter und schaute in seine klaren Augen. "Ist dir nicht kalt? Er grinste. "Machst du dir Sorgen um mich? Ich erkälte mich schon nicht." Sie grinste ebenfalls und schaute leicht verlegen zum Boden. Sie schien nach Worten zu suchen. Dann blickte sie ihn wieder in die Augen, mit festem Willen. "Das von gestern war echt mutig von dir." Sein Blick wurde ernster. "Ich konnt doch nicht zulassen, dass er dir was tut.....Allerdings...", er schaute auf seine Hand, "Es wär mir lieber gewesen, hätte er am Ende geblutet und nicht ich." Sie warf einen kurzen, sorgenvollen Blick auf seine geschundene Hand und blickte ihn dann wieder an. "Du hast mutig gehandelt. Und du hast ihn vertrieben." Wieder schauten sie sich an, diesmal tiefer und intensiver.
Der Wind fegte über den Strand und bließ ihr eine Strähne ins Gesicht. Er hob seine Hand und wischte die Strähne aus ihrem Gesicht. Sie griff nach seiner Hand und hielt sie an ihre Wange. Sie schloss die Augen. " Dieser Moment ist wunderschön. ich wünschte er würde ewig dauern." Er lächelte. "Er ist wunderschön, aber eine Moment ist nur eine Moment. Momente dauern nicht ewig." Sie öffnete die Augen und schaute ihn flehend und ängstlich an. " Lass ihn ins festhalten. Nur dieses einemal. Lass uns dieses einemal die Ewigkeit geniessen." Sie beugte sich vor und küsste ihn leidenschaftlich. Als sie ihre Lippen von seinen löste, lächelte er wieder und sagte: "Ok! Heute soll dieser Moment die Ewigkeit dauern!" Sie küssten sich während sie in den Sand sanken.
Und wir wenden unseren Blick ab. Ab von den beiden und dieser Szenerie am Strand. Übers Wasser, durch die Luft. Der Sonne entgegen....Ende
Puh...das war vielleicht ein anstrengendes getippe....
_________________ Anarchisten habens schwer....
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