Ja, Catty, allmächt na, dess moust grod an Nembercher (Nürnberger) froogn?
Hervorstechend in unserem Dialekt ist das "ou", das schnell hintereinander gesprochen wird und fast wie bellen klingt.
Dabei wird das "ou" nicht im Mund- sondern im Rachenraum gebildet, ähnlich wie beim Ausruf "Oh!"
Ich geb' die mal ein Beispiel aus einem unserer Mundartgedichte (mit Übersetzung):
Streitn sich zwa Dullnraamer,
dou erlebsd vielleichd a Drama,
das beim ärbedn blouß kanner zuviel doud.
"Geh scho nou dou und fang scho dou
wall i dou nu an nu nou mou."
"Halld dei Schlebbern rouder Bruder,
dou doch du woss, stinkfauls Luder,
oder maansd, das ann de Ärbeid schmeckt
wenn ma vuur Noad daham ka broat hoad
und Kupf vor Woad bloadroad hod?"
Das ist doch der allerschönste Dialekt.Übersetzung:
Streiten sich zwei Kanalarbeiter.
da erlebst du vielleicht ein Drama,
das beim Arbeiten nur keiner zuviel tut.
"Geh schon hinunter du, und fang schon an du,
weil ich da auch noch hinunter muss."
Halt deinen Mund roter Bruder
tue doch du etwas, stinkfaules Luder
oder meinst du, das einem die Arbeit schmeckt
wenn man vor Not kein Brot daheim hat
und den Kopf vor Wut blutrot hat?"
Das ist doch der allerschönste Dialekt.
Im Übrigen hat unser Dialekt die Eigenart auch harte Laute weich zu sprechen:
Teppich wird bei uns zu "Debbich", was auch prinzipiell richtig ist, da es sich ja um eine weiche Auslegeware handelt.
Den einzigen harten Konsonanten auf dem der Nürnberger bestehen
tut, ist das "t" hinter Senf - also Senft!
Nix Mostrich, kein Senf - nimm halt an Senft zur Brodworschd!
Schimpfwörter? Wir haben jede Menge davon, manche auch nicht ganz jugendfrei - heute soll's mal genug sein.
Was dein "Riidrohbrädje" anbelangt - wenn ich es "Riid-rohb-rädje" trenne, dann komme ich auf ein Reibrädchen (?), weiß aber nicht wofür.
LG
Reinhard
