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Manche Entwicklungen sind so naheliegend, dass es Wunder nimmt, warum sie noch nicht früher umgesetzt wurden. Die sagenhaften Kompressionsraten von MP3 und die wachsende Beliebtheit von Webradios ergeben in der Kombination die Softwaredistributionsform der Zukunft. Software, Filme, Isos können via mp3-Komprimierung bis auf ein Zehntel ihrer ungepackten Größe eingedampft werden. Die erzeugten mp3-Files mag man vielleicht nicht anhören - die Ergebnisse klingen zum einen seltsam und weiterhin nicht unbedingt lautsprecherschonend - aber per StreamRipper aufzeichnen und entpacken geht auch ohne Ton.
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Das Prinzip ist einfach: Von einem Softwarepaket - nennen wir es der Einfachkeit halber "Windows XP Professional SP2" wird eine Iso angefertigt. Nach Umbenennung der Dateinamenerweiterung von .iso in .wav kann das File von jedem gängigen Ripper ins mp3-Format encodiert werden. Die besten Ergebnisse wurden mit dem freien LAME-Encoder erzielt. Ungefähr 90% Reduktion der Filegröße sind die Folge, setzt man die übliche 128kBit/sec-Datenrate ein. Höhere Datenraten sollte man - in Abhängigkeit vom eigenen Upstream - nur mit Bedacht verwenden: mehr zu diesem Problem später.
Die mp3-Files lassen sich nun sowohl per Webradiostream als auch per Podcast verbreiten. Tests ergaben bislang, dass ein etwaiger zweiter Encodiervorgang beim Upload auf den Streamingserver oder auf dem Server selbst zum vermehrten Auftreten von CRC-Fehlern führt. Empfohlen wird daher das direkte Encoden in die Bitrate, die auch für Upload und Streaming genutzt werden kann. Der typische Upstream einer Standard-DSL 1000-Leitung kann von Bitraten über 128kBit schnell ausgereizt werden: Folge sind buffernde Radiostreams und in der Regel fehlerhafte Daten beim Empfänger.
Auch das erneute Encoding auf dem Streamingserver führt zu vermehrten Datenfehlern. Optimal ist daher der durchgängige Einsatz einer einheitlichen Bitrate, in der Regel abhängig vom Upstream, die dem Warez-DJ zur Verfügung steht.
Kinderkrankheiten treten bei mehreren gestreamten Formaten noch auf. Eine mit 192kBit gestreamte Iso einer XP Pro - Installations-CD konnte per Streamripper problemlos gerippt werden. Nach Umwandlung ins WAV-Format und Rückbenennung in .iso wurde das Imagefile per DaemonTools problemlos in ein virtuelles CD-Laufwerk gemounted, die Daten schienen durchweg intakt. Das Brennen der Iso und die anschließende Installation auf einem Testrechner verlief weniger problemlos: vor allem Fonts und Sounddateien litten unter der kräftigen Kompression. Pixelige TrueType-Fonts und Clipping beim Abspielen diverser Systemklänge waren die Folge.
Auch bei Videoformaten kommt es noch zu unschönen Effekten. Kamm-Artefakte konnten bei per Webradio gestreamter DivX-Movies regelmäßig beobachtet werden. S-VCDs fielen mit einer Tendenz zu leicht desynchronisierter Bild- und Tonspur auf.
Höhere Upstreams und dadurch mögliche, höhere Bitraten könnten die Lösung für diese Probleme darstellen. Variable Bitraten brachten hingegen kaum Verbesserung bei den beobachteten Problemen.
Die Distribution von Software und Medien dürfte in den kommenden Monaten eine Revolution erfahren - strittig ist bislang weiterhin, inwieweit ein Geräusch, welches per Radio gesendet wird, überhaupt illegal sein kann. Solang diese Frage nicht entschieden ist, können sich die Warezradios dem wichtigeren Streitpunkt widmen: ob es nicht weitaus konsequenter wäre, das freie Ogg Vorbis-Format zum Streamen zu verwenden.
Quelle:http://www.gulli.com/news/warez-per-webradio-gullitunes-2006-04-01/
_________________ Der Stein der Weisen sieht dem Stein der Narren zum Verwechseln ähnlich. Joachim Ringelnatz ........................ Lerne zuhören, und Du wirst auch von denjenigen Nutzen ziehen, die dummes Zeug reden. Platon
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Zuletzt geändert von Reinhard am Mo 3. Apr 2006, 20:51, insgesamt 1-mal geändert.
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